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Informationen über die Burger Kirche

Die Burger Kirche

  • In dem kleinen, an so wichtiger Stelle gelegenen Burg hat es schon früh eine Kirche gegeben, sicher schon lange, ehe sie 1281 urkundlich erwähnt wird. Sie war dem heiligen Nikolaus geweiht; das Patronatsrecht übten lange die "Herren von der Hude" (Ritterhude) aus. Die Kirche stand etwa dort, wo sich heute die Gastätte "Deutsches Haus" befindet. Wie sie ausgesehen hat, läßt sich nur vermuten. Pastor Heinrich Hoops denkt sie sich nach den alten Aufzeichnungen als eine "Festungskirche, die trotzig dastand, mit breitem Turm und drei dicken Strebenpfeilern an jeder Seite". Entgegen altem kirchlichem Brauch war der Turm nach Osten, der Chorraum nach Westen gelegen. Im Turm befanden sich "twe Klocken, ene grothe und ene Kleyne", außerdem hatte die Kirche eine Turmuhr. Sehr genau wissen wir, wie der schon 1551 in einem Verzeichnis des Kirchenvermögens genannte Abendmahlskelch sowie die Kanzel und der Taufstein aussahen, die 1632 der Kirche geschenkt wurden. Sie sind heute noch in der Grambker Kirche in Gebrauch. Das Pfarrhaus lag etwas abseits der Straße und war von drei Seiten von der Burgschanze umgeben.

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  • Im Vordergrund ist die Burger Kirche zu sehen. Im Hintergrund ist die Lesumer Kirche zu erkennen.


Die ehemalige Kirche zur Burg

Diese entstand wohl zwischen 1088 und 1281. Am 14. Dezember 1281 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt - Martin von der Hude erwirbt von Jacobus genannt de Urbe das Patrnatsrecht = Besetzungsrecht über diese Kirche!

Ein Priester Johannes wird in der "Regula St. Wilhadi"als Pfarrherr der Kirche in Burg genannt. Lt. Hoops wird das zwischen 1300 - 1320 gewesen sein. 1395 folgt Godeke van Werpe als "Kerchere tor Borch". Um 1428 wurd Albert von Recken als "Priester, Kerckhere tor Borch" in Lilienthaler Urkunden aufgeführt.

Zur Gemeinde der Burger Kirche gehörten neben dem Flecken Burg selbst die Dörfer Grambke,, Grambkemoor, Lesumbrok und etliche auf der Geest nahegelegene Häuser.

Schließlich findet man im Register der Antoniusbruderschaft in Bremen zwei Leutpriester aus dem 16. Jahrhundert, nämlich Petrus Meynike und Martinus Dalenbroch. Von den ehemaligen Predigern zur Burg fehlen Nachrichten, vermutlich sind sie durch die verschiedenen Kriege und die Zerstörung des Fleckens und der Kirche verloren gegangen. Folgende sind noch bekannt:

Simon Cramer - wie lange er hier war, ist nicht bekannt. Am 8.8.1591 fiel er vom Kirchenboden und starb bald darauf.

1587 wurde eine Glocke aus der Maria Magdalenen Kapelle von dem Dom kapitel der Kirche zur Burg geschenkt. Die Maria Magdalenen Kapelle ist damals in dem Erzbischofl. Palatio und nach jetziger Beschaffenheit in dem daranstoßenden Hause, zwischen Rathaus und Palation gewesen, welche auch ihre Altäre besonders trium Regum gehabt. Hermann Zierenberg nachheriger Stadtvogt war Vicarius und Präendarius (kirchliche Pfründe) dieses Altars vor 1612.

Herman Meier wurde am Michaelis Tage 1591 von dem Rat zu Bremen sein Nachfolger in Burg. Er heiratete die Tochter des Simon Cramer. Nach seinem Aussagen bekam zu dieser Zeit ein Prediger zur Burg für eine Leichenrede 3 Grote; für einen Krankenbesuch 3 Grote; für dasCopulieren 3 oder 5 Grote; für das Taufen nichts. Von jedem Bauman zu Grambke jährlich 24 Grote; von jedem Köter 12 Grote und Beisitzer 8 Grote. Die Köter zur Burg gaben jährlich 15 Grote; die Brinksitzer 8 Grote; die Moorleute jeder 24 Grote.

Hermannus Toibe 23.3.1623. Am 23.11.1624. schenkte ihm der Rat die Vakarie des heil. Laurenz und Gertruds statt des Salärs. Am Ende des Jahres 1627 verwaltete der mit Erlaubnis des Rats den Pfarrdienst in Kirchhuchting, bis 1629 ein anderer Prediger nach dort berufen wurde. Auch wurde er Prediger zu Büren.

In einem Schreiben an den Rat zu Bremen vom 3.3.1631 klagt er.

1. das wegen des unvermuthichen Land verderblichen Kriegsüberfalles (der Kaiserlichen), wodurch er seiner Hab und Güter beraubt wurde und in die düsterste Not gesetzt wurde, auch schon 3.1/2 Jahre in der Stadt Bremen in Heuerhäusern wohnen musste, weil die Predigthäuser zur Burg und Mittelsbüren zerstört waren, und er den Predigtdienst zu Büren über 3 Jahre von der Stadt aus alle Sonntag dahin zu reisen, verwaltet habe, wofür ihm nach verrichteter Arbeit von den Leuten kein bislein trockenes Brot geboren wurde und er hungrig wieder zurückreisen musste. Er habe deshalb die Herren Kirchenvisitatoren um Reparierung des Pfarrhauses demütig gebeten, aber noch nichts erhalten habe.

2. Dass ihm die Zusage gemacht worden war, ihn in die Neustadt Bremen zu transferieren, aber auch da gab es dann Probleme, die Not und der Mangel waar ja überall wegen des Krieges. Doch 1643 wurde er nach Arsten versetzt, wo er den 30. Juli eingeführt wurde und im folgenden Jahr starb.

Nachfolger war Johannes Graveus, der eigentlich Pastor zu Wasserhorst seit 1629 war . Er blieb es auch bis zu seinem Ende. Aber er musste auf Befehl der Herren Kirchenvisitatoren in der gehaltenen Synode im Juni 1633 die Gemeinde Burg mit bedienen bis der Prediger Henricus Wetter 1635 erwählt wurde.

Am 3.3.1639 wurde in dem Zollhause zur Burg die Kirchenvisitation von den Herren Nicolaus von Regenstorf, Bürgermeister, und Niclas von Rheden, Ratsmann gehalten, und die wegen der vielen Unruhen bisher unterbliebenen Rechnungen der kirche von 15 Jahren, nämlich 1624 - 1638 abgelegt, da dann am 73. die Kirchgeschworenen zur Burg die Aufzeichnung der Kirchenintraden übergaben, also zu Grambkermoor 6 Mark 4 Grote; zu Grambke 17 mark 4 Grote; auf der Geest 3 Mark; zur Burg 6 Mark 4 Grote, alles in allem 32 Mark 12 Grote.

Henricus Wetter wurde 1635 zum Prediger von dem Rat bestätigt. Im August hielt er seine Probepredigt in U. L. Frauenkirche in der Stadt über Jes. I. 5 - 18. Im Oktober desselben jahres hielt er vor dem Ministerio die Conventspredigt. Während seiner Dienstzeit beklagte er sich über die geringen Einkünfte, Nichteinhaltung von Versprechen und er hatte unendliche Streitigkeiten mit vielen seiner Zuhörer, besonders den Kirchgeschworenen, die ihm das Leben sauer machten.

1647 bekam er einen Ruf in die Herrlichkeit Kniphausen (war als reichsunmittelbares Territorium ein Teil Frieslands und wurde von friesischen Häuptlings- und Adelsfamilien regiert) das er aber nicht annahm.

1654 nahm der schwedische General Königsmark Burg ein. Nun ließ er darin allerhand Schanzen anlegen, die Häuser, Kirche und Schule niederreißen und den ganzen Flecken in ein Scheinhaufen verwandeln. Weil die Einwohner hierdurch in die düsterste Not und Armut gesetzt wurden, fielen die Einkünfte der Kirche und des Predigers zugleich auch mit weg. Der Rat schenkte dem Prediger das von ihm übersandte Kirchengeld (17 Taler 62 Grote) großmütig, weil er ja keine Einnahmen mehr hatte.

Nach der Zerstörung der Kirche zur Burg sind die wenigen überbliebenen Ländereien zur neuen Kirche zu Grambke gegeben und der Gottesdienst dort von 1655 an von dem Pastor zu Middelsüren zuerst in einem Bauernhaus verrichtet worden.

Pastor Henrich Wetter war danach etliche Jahre Feld- und Garnisonprediger bei der Miliz in Bremen. Als solcher musste er auch des Sonntags auf dem Domshof vor der Miliz öffentlich predigen, und singen lassen. Er hatte ja in den letzten Jahren neben seiner Pastorentätigkeit Medizin studiert und arbeitete fortan als Mediziner. Zeugnis nach bestandenem Examen 19.11.1669 .

Im Jahre 1661 wurde die Pfarre zur Burg mit einem Prediger von der schwedischen Seite wieder besetzt. Der hiesige Superintendent am Dom Daniel Lüdeman setzte einen mit Namen Schmudden zum Pastor in der Burgschanze ein. Die schwedische Seite begehrte die Einkünfte aus Grambkermoor und Grambke, welche die Burgprediger genossen, zu geben. Es gab einige Wechselschreiben diesbezüglich und einen Vergleich zu Stade 228.11.1654. Gedachter Superintendent hatte dem Kirchjuraten Kord Bossen wissen lassen bei Verlust des Landes und willkürlicher Strafe nicht weiter z u gestatten, dass der Pastor von Büren Herr Dirich Schröder in seinem Hause Gottesdienst zu Grambke hielt.Weitere nachrichten von der Wiederbesetzung oder Erbauung einer neuen Kirche in der Burg sind woh nicht vorhanden, weil in den folgenden schwedischen Zeiten weder Pastor noch Kirche hier wieder nötig war da über der Lesum die Kirche gleich im Dorfe Lesum und diesseits die Kirche zu Grambke war.


Quelle:

Historische Nachrichten von der ehemaligen Kirche zur Burg

von Johann Philipp Cassel - Bremen 1776
(zugesandt von U.Boes 11/2021)





Erstellt von admin. Letzte Änderung: Freitag den 05. November. 2021 14:40:57 CET by Rainer Meyer.

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