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Wasserhorst

Die Braut von Wasserhorst

Die Braut von Wasserhorst

(nach Hans Wohltmann)


Die Kirche zu Wasserhorst erhebt sich auf einem kleinen Dünenhügel, gar nicht weit von dem Ort entfernt, wo die Hamme in die Wümme mündet. Wo nun der dunkle still Fluss, der das Teufelsmoor entwässert und vor etlichen Jahren die Torfkähne mit ihren braunschwarzen Segeln auf ihrem Weg zu den Orten im Norden Bremens trug, sein Moorwasser in den Heidefluss strömen lässt, heisst der Unterlauf der Wümme fortan Lesum.

Auf dem Kirchhof, umstanden von ansehnlichen Eichbäumen, finden wir nahe dem Turn, der als ältester Teil des Gotteshauses vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammt, eine schon recht verwitterte Sandsteingrabplatte, die auf ihrer Sichtseite noch schwach die Konturen einer menschlichen Gestalt erkennen lässt. Der Stein liegt schon bald 300 Jahre an dieser Stelle und wurde seither auf seinem Platz belassen. Von ihm berichtet die Sage:

Ein gar liebliches Mädchen aus reichem Hause hat sich heimlich einem jungen Knecht versprochen. Der Jünglich will nun dem Vater der Schönen beweisen, dass er als rechtschaffener Mann um die Hand seiner Tochter anhalten werde. So beschliesst er, zuerst in die Fremde zu ziehen, um dort etwas Tüchtiges zu erlernen. Das Mädchen indes wartet Jahr um Jahr auf seine Wiederkehr. Nach sieben Jahren schliesslich glaubt die heimliche Braut, der Verlobte habe sich anders besonnen oder sei gar gestorben. So gibt sie dem Werben eines jungen Bauern, den ihr die Eltern zugedacht hatten, schweren Herzens nach.

Am Abend vor der Hochzeitsfeier tritt plötzlich der heimlich Verlobte in das Zimmer der Braut. Das Mädchen bricht in Tränen aus und erklärt ihm mit grossem Kummer, dass er zu spät komme. Wortlos verlässt der Heimgekehrte das Haus.

Als am folgenden Tag das Brautpaar in der Kirche zu Wasserhorst vor den Altar tritt und eine grosse Hochzeitsgesellschaft der feierlichen Handlung bewohnt, stürzt plötzlich ein Mann herein. Und ehe ihn jemand davon abzuhalten vermag, drängt er von hinten an die ahnungslose Braut heran, zückt einen spitzen Dolch und sticht mehrmals heftig zu. Tödlich getroffen sinkt sie zu Boden.

Der Mörder flieht und wird seither nie wieder gesehen. Es heisst, er sei damals mit Hilfe von Freunden nach Holland entkommen.
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