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Luftangriff vom 18.6.1944 / Wollaher Straße
Luftangriff vom 18.6.1944 / Wollaher Straße
Wollaher Straße 7 nach einem Luftangriff am 18.6.1944/ Auf dem Foto sind auch Frau Hildegard Groetzsch (geb. Hildegard Diers) und ihre Freundin Marianne Schweers zu sehen.
Wollaher Straße 7 nach einem Luftangriff am 18.6.1944/ Auf dem Foto sind auch Frau Hildegard Groetzsch (geb. Hildegard Diers) und ihre Freundin Marianne Schweers zu sehen.
Frau Ludmilla Müller mit ihren Enkelkindern Walter Krause und Karin Greiling.
Frau Ludmilla Müller mit ihren Enkelkindern Walter Krause und Karin Greiling.
Luftangriff am 18.6.1944 / Wollaher Straße 13
Luftangriff am 18.6.1944 / Wollaher Straße 13

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Wollaher Str

Wollaher Straße

Die Wollaher Straße und die Hüttensiedlungen

Die Wollaher Straße und die Hüttensiedlungen

von Georg Finken

Die Wollaher Straße wurde zusammen mit dieser „Hüttensiedlung“ an ihr errichtet, vorher war hier nur ein Feldweg durch Wiesen, Weideland und vorbei an dem wohl ersten Fußballplatz im Dorf. Die „Norddeutsche Hütte“, so der Name für die frühere „Klöckner Hütte“ und das jetzige Stahlwerk ArcelorMittal, förderte die nahe Ansiedlung ihrer Arbeiter zur Produktionsstätte. Mit dem Bau der „Norddeutsche Hütte“ wurde schon 1908 begonnen, während das Einweihungsjahr auf 1911 lautet. Mit der Planung und dem Bau der „Hüttensiedlungen“ wurde 1933 begonnen. Es war die Zeit großer Arbeitslosigkeit und die „Hütte“, so wurde sie verkürzt genannt, suchte und förderte Lösungen, welche ihren Arbeitern einen Arbeitsanteil am Bau ihrer Häuser ermöglichte. Die „Hütte“ praktizierte in der Zeit der Kurzarbeit das sogenannte „Krümpersystem“. Die Arbeiter arbeiteten für fünf Wochen, wurden dann entlassen und hofften nach fünf Wochen in der Entlassung wieder eingestellt zu werden. Es war auch die Zeit einer anderen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, der Bau der „Blocklandautobahn“ BAB 27 von 1933 bis 1937.

Der Name einer jeden „Hüttensiedlung“ war mit dem Namen der Straße an der sie errichtet wurde verknüpft. Die Straßen hießen und heißen noch heute: „Auf dem Brooke“, „Wummestraße“, „Wollaher Straße“, „Waakhauser Straße“, „Wörpedahler Straße“ und „Nachtweide“. Der Grund warum die Siedlungshäuser an der „Wörpestraße“ in den mir vorliegenden Quellen hier nicht mit aufgelistet sind, ist mir nicht bekannt. Die Häuser der Siedlung „Auf dem Brooke“ und die auf der westlichen Seite der „Wummestraße“ waren die ersten und wurden komplett in Eigenleistung der Bewohner errichtet. Das änderte sich mit dem Bau der Häuser an der „Wollaher Straße“ und für die später errichteten Häuser an den anderen Straßen. Jetzt wurden arbeitslose Maurer eingesetzt, die zukünftigen Bewohner waren als „Zupfleger“ mit Hilfstätigkeiten beim Bau tätig und die Häuser wurden alle zur gleichen Zeit fertig. Üblich war ein Losverfahren, in welchem das Haus den Bewohnern zugelost wurde. In der „Wollaher Straße“ waren dies allesamt Facharbeiter der Hütte. Für die „Hüttensiedlung“ an der „Wollaher Straße“ war 1935 das Jahr des gemeinsamen Richtfestes und im Herbst desselben Jahres waren die Häuser alle bezugsfertig. Aus Anlass des Richtfestes marschierte die Feuerwehrkapelle der „Hütte“ die „Wollaher Straße“ entlang.

Die ersten Bewohner der „Wollaher Straße“ wurden unter folgenden Familienvorständer mit Berufsangabe im Bremer Adressbuch geordnet nach Hausnummern geführt:

Auf der östlichen Straßenseite, von Süd nach Nord:

  • 1: Nr. für ein unbebautes Grundstück
  • 3: Wendelken, Hinrich, Schlosser
  • 5: Müller, Heinrich, Zimmermann (Otten, Hinrich, Heizer)
  • 7: Diers, Heinrich, Arbeiter
  • 9: Wenning, Edmund, Arbeiter
  • 11: Geffe, Heinrich, Arbeiter
  • 13: Volkmer, Rudolf, Schreiber
  • 15: Böse, Wilhelm, Schlosser
  • 17: Haeske, August, Schlosser
  • 19: Prangenberg, Hermann, Arbeiter
  • 21: Gerke, Wilhelm, Werkmeister
  • --(Entwässerungsgraben)

Auf der westlichen Straßenseite, von Süd nach Nord:

  • 2:Nr. für ein unbebautes Grundstück
  • 4: Nr. für ein unbebautes Grundstück
  • 6:Metscher, Herbert, Maschinen~Schlosser
  • 8:Heumann, Hermann, Arbeiter
  • 10:Heineke, Johann, Arbeiter
  • 12:Slaby, Leopold, Maurer
  • 14:Diersen, Dietrich, Arbeiter
  • 16:Gerken, Diedrich, Arbeiter
  • 18:Boer, Willy, Maschinenbauer
  • 20:Kölpin, Bruno, Rangierer
  • 22:Meyer, Johann, Kesselschmied
  • 24:Voß, Erich, Heizer
  • 26:Schröder, Hermann, Maschinist
  • 28:Iloge, Johann, Arbeiter
  • 30:Friedrich, Johann, Kranführer
  • 32:Harney, Erwin, Maurer
  • --(Entwässerungsgraben)
  • Die Auflistung in dieser Form hilft bei der Identifizierung im Krieg zerstörter Häuser.

Ab Ende 1935 änderte sich die Auftragslage der „Hütte“, in deren Folge kamen die Vollbeschäftigung und die Suche nach Arbeitskräften. Ab 1936 hatten dann die Arbeiter der Hütte keine Zeit mehr selbst am Bau ihrer Häuser mitzuwirken. Die Häuser der 1938 fertiggestellten östlichen Seite der „Wummestraße“ wurden zugeteilt, der eigene Arbeitsanteil wurde hier nur bei der Fertigstellung der Fundamente erbracht und finanziert wurde das Haus durch Kredite.

Seit dieser Zeit hat sich vieles verändert und so auch die Firmenstrategien, Mitarbeiter mit dem Siedlungsbau an sich zu binden, die gibt es nicht mehr. Die größte Katastrophe kam auf die „Wollaher Straße“ zu, als Bomben im zweiten Weltkrieg auf Grambke und Grambkermoor fielen. Es war der 18.6.1944 als bei zwei Bombenangriffen Häuser der „Wollaher Straße“ getroffen, zerstört oder beschädigt wurden. Die Häuser der „Wollaher Straße“ hatten einen Keller. Wer sich vorher über den häufig nassen Keller ärgerte, der war jetzt froh, dass er einen Keller hatte, welcher einem ein bisschen Schutz bot.

Anmerkung: „Wummestraße“ ist der korrekte Name und nicht „Wümmestraße“, wie man es viel zu häufig liest. Hierzu muss man wissen, dass derselbe Fluss aus Niedersachsen heraus Wümme genannt wird und von althergebrachter bremischer Seite die Wumme ist.

  • Quellen:
  • Buch: Helmut Dachale und Ulli Schwecke, „In der Mitte von Bremen“, 1985

Digitale Sammlungen der „Staats und Universitätsbibliothek Bremen“, hier mit dem Schwerpunkt „Bremer Adressbuch von 1935 bis 1937“ unter Landgebiete, Grambkermoor

  • Eigene Unterlagen / Notizen

Bremen im Februar 2016

Luftangriff vom 18.6.1944 / Wollaher Straße
Luftangriff vom 18.6.1944 / Wollaher Straße
Wollaher Straße 7 nach einem Luftangriff am 18.6.1944/ Auf dem Foto sind auch Frau Hildegard Groetzsch (geb. Hildegard Diers) und ihre Freundin Marianne Schweers zu sehen.
Wollaher Straße 7 nach einem Luftangriff am 18.6.1944/ Auf dem Foto sind auch Frau Hildegard Groetzsch (geb. Hildegard Diers) und ihre Freundin Marianne Schweers zu sehen.
Frau Ludmilla Müller mit ihren Enkelkindern Walter Krause und Karin Greiling.
Frau Ludmilla Müller mit ihren Enkelkindern Walter Krause und Karin Greiling.
Luftangriff am 18.6.1944 / Wollaher Straße 13
Luftangriff am 18.6.1944 / Wollaher Straße 13

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Ergänzungen und Erinnerungen

Wollaher Straße

Rainer Meyer · 1. Juli 2014

Da ich die Fotos aus einem Nachlass bekommen habe dessen Besitzer in der Wollaher Straße aufgewachsen ist, vermute ich das die Fotos auch dort gemacht wurden.

Erste Ergebnisse

Rainer Meyer · 1. Juli 2014

Informationen aus ersten Ergebnissen habe ich schon mal unter die jeweiligen Fotos geschrieben.

Fußballverein Nordstern

Hoffink · 7. Mai 2017

Fußballverein Nordstern

Um 1910 spielte an der heutigen Wollaher Straße der Fußballverein Nordstern, wenn man so möchte, der Verein, dessen Nachfolgeverein der heutige FC Burg wurde. Zuvor, um 1900, hatte Martin Haeslop diesen Teil der Allmende, einem Teil der Grambkermoorer Gemeindeweide, aufgekauft. Dieser Tradition, einem Fußballverein eine Fläche zur Verfügung zu stellen, ist die Familie Haeslop über Generationen treu geblieben. Ging eine Fläche, wie an der Wollhader Straße, durch Bebauung als Fußballplatz verloren, so wurde an anderer Stelle eine neue Fläche bereit gestellt. So mach sich mancher an unterschiedliche Orte erinnern, wo in Grambkermoor ein Verein Fußball spielte.

Quellen:
- Mündliche Überlieferung
- Eigene Dokumente
- Zeitungsartikel von Johann Hägermann

Wollaher Str.

Rainer Meyer · 20. Januar 2020

Per Mail an Admin
Hallo Herr Meyer,
Ich bin Hildegard Groetzsch, geb. Diers und habe bis zu meiner Auswanderung nach Kanada im Haus Wollaher Strasse 7 gewohnt.
Zufaellig sah ich das Foto vom 18. Juni 1944 on-line. Nur ist es Nummer Sieben, NICHT drei!!
Ich sollte es wissen, denn ich stehe mit meiner Freundin Marianne Schweers vor den Truemmern (ich bin die Groessere - Marianne steht rechts von mir). Das Bild hatte ich schon einmal in einem Buch gesehen und damals den Fehler bemerkt.
Mein Enkel Kevin war kuerzlich in Bremen (auf den Spuren seiner Ahnen) und hat das Bild mit dem jetzigen Haus verglichen.

Die Berichte ueber Grambkermoor usw. sind sehr interressant, und ich danke Ihnen fuer all die Muehe.
Freundliche Gruesse
Hildegard Groetzsch

Wollaher Str. (per Mail)

Rainer Meyer · 11. Februar 2020

Hallo Herr Meyer
Wie ich sehe, haben Sie eine Aenderung vorgenommen.
Nur, unter dem Namen Groetzsch kennt mich kaum jemand, da ich in Toronto geheiratet habe. Also Hildegard Diers waere eher angebracht.
Noch zwei noetige Berichtigungen:
Das andere zerstoerte Haus ist Nummer 13 (nicht 19). Herr Volkmer starb in seinem Haus!
Die Enkelkinder von Frau Ludmilla Mueller sind Walter Krause und Karin Greiling.
Mein Vater Heinrich Diers war eines der Todesopfer der Norddeutschen Huette beim ersten Fliegerangriff auf Bremen am 18. Mai 1940.
Im Fruehjahr 1984 habe ich an einem Klassentreffen (40 Jahre nach Entlassung) teilgenommen und in 1994 in der Grambker Kirche meine Goldene Konfirmation gefeiert. Ob sich wohl sonst noch jemand daran erinnert - - - - -
Wuerde gern darueber hoeren.
Freundliche Gruesse
Hildegard Groetzsch